︿
[…] Dass Guiton den körperlichen Einbezug des Betrachters in den Mittelpunkt seiner Vermittlungsstrategie stellt, entspricht den Eigenschaften des künstlerischen Mediums Installation. Seine Besonderheit ist es, die Zentralperspektive zugunsten eines vom Betrachter dynamisch bewegten Raums aufzulösen. […]
Im Verlauf der Rezeption von Guitons Installation stellen sich Übergänge und Passagen ein, in denen der Betrachter zwischen der versuchten Orientierung an vertrauten Erfahrungszusammenhängen und der Hingabe an die Irritation, mithin an den Kunststatus des Bildes, schwankt. […]
Die Vermittlungsstrategie Guitons zielt darauf, eine Sicherheit gebende Orientierung für die Wahrnehmung zu verhindern. Wir sind aufgefordert, unser eigenes Blicken und seine Tradition in den Blick zu nehmen. […]
Gabriele Schmid
Finestra chiusa,
Betrachterfunktionen, Vermittlungsstrategien und Analogien in Jean-François Guitons Videoinstallation Der Fährmann,
in Bildtheorie und Bildpraxis in der Kunsttherapie, Sinapius/Wendlandt-Baumeister/Niemann/Bolle (Hrsg)., LANG Verlag, Frankfurt am Main, 2010 ►►